Tinnitusbehandlung

Wenn Ohrgeräusche das Leben beherrschen

Ohrgeräusche kennt fast jeder. Manchmal, dann oft nur für wenige Sekunden, hören wir ein Piepen oder Summen im Ohr, das dann glücklicherweise meist auch schnell wieder verschwindet.
Auch nach Konzerten mit lauter Musik kann sich ein solches Ohrgeräusch einstellen. Dabei handelt es sich meist um eine temporäre Irritation des Hörorgans. Am anderen Morgen sollte es wieder verschwunden sein.

Bleibt ein Ohrgeräusch länger als 24 Stunden, so sollte umgehend ein HNO-Arzt aufgesucht werden!

Leider gibt es auch Menschen, die sehr oft oder ständig von Ohrgeräuschen geplagt werden. Das kann zu Einschlaf- und / oder Durchschlafstörungen mit allen Konsequenzen für den folgenden Tag führen und beeinträchtigt mitunter das Berufs- und Familienleben erheblich. Die Einschränkung der Lebensqualität ist dann sehr oft nachhaltig und führt nicht selten auch zu psychischen Problemen. Oft erst nach langem Leidensweg gelangt der / die Betroffene in die Obhut eines Facharztes und Spezialisten.


Was man über Tinnitus wissen sollte

Zunächst einmal handelt es sich tatsächlich um eine Erkrankung und nicht nur um eine Befindlichkeitsstörung!

Ohrgeräusche sind nicht "eingebildet"! Nicht selten hat die Entstehung von Tinnitus sehr viel mit der individuellen Wahrnehmung zu tun. Der Tinnituspatient muss von seiner sozialen Umgebung ernst genommen werden und darf sich nicht ausgegrenzt und belächelt fühlen. Der HNO-Arzt wird gemeinsam mit anderen Fachspezialisten zunächst nach organischen Ursachen für die Gesundheitsstörung suchen. Liegen Hör- und Verstehensprobleme vor, ist nicht selten das Hörorgan selbst geschädigt. Stoffwechsel- und hormonelle Störungen können ebenso ursächlich sein wie funktionelle Problemfelder, z. B. im Bereich der Wirbelsäule, der Zähne und / oder der Kiefergelenke.

Zahlreiche therapeutische Optionen sind zu prüfen und ein individueller Behandlungsplan muss erstellt werden, damit das ungeliebte Ohrgeräusch wieder verschwindet oder zumindest in den Hintergrund tritt. Manchmal reicht schon die Verbesserung der Schlafarchitektur durch die Beseitigung mechanischer Hindernisse des oberen Atemweges, um eine nachhaltige und dauerhafte Verbesserung zu erzielen.

Der Tinnituspatient mit kostantem Ohrgeräusch im hochfrequenten Bereich und zusätzlich nachgewiesenem Hörverlust profitiert sehr häufig von einer Hörsystemanpassung, da auf diese Weise die Signalanflutung im Hörfeld des Gehirns erhöht wird und die Neuronensysteme, die offenbar für das Entstehen der Geräusche mit verantwortlich sind, wieder in die Signalverarbeitung eingebunden werden.
Auch mit geräuschmaskierenden "Noisern" kann in einigen Fällen eine Verbesserung der Tinnitussituation erreicht werden.

Nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen sollte eine indizierte Hörsystemanpassung nicht zu lange hinausgezögert werden, da die verbliebene Hörkapazität unter Hörgerätegebrauch gestützt wird und so auch dem Entstehen einer Demenz entgegengewirkt werden kann.
Sogenannte "objektive Ohrgeräusche" z.B. pulssynchrones Rauschen, bedürfen auch einer genaueren internistischen und angiologischen Abklärung, da hier krankheitswertige "Kurzschlüsse" zwischen verschiedenen Venen und Arterien als Ursache in Frage kommen. Daneben ist auch an Erkrankungen anderer Organsysteme zu denken. Zu beachten ist auch das Nebenwirkungsspektrum etlicher Medikamente, die das Auftreten von Tinnitus begünstigen.
 

Praxis Dr. med. H.-J. Graf

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